Suche nach meinem Geburtshaus

 

 
 

 

 
  Endlich war es soweit, Helena ging mit mit uns in die ehemalige Michaelis-, Sodol- und Stefanigasse.  
     
  In der Sodolgasse stand das Geburtshaus von meinem Cousin Martin Markus. Leider konnten wir nicht herausfinden, welches Haus es ist. Martin sagte mir, dass es das 3. Haus sei. Als ich es abzählte und ein Foto machen wollte, pfiff mich Helena zurück und meinte, die zwei ersten Häuser seien neue Häuser. Also habe ich einfach nur ein Foto von der Sodolgasse und noch zwei Fotos gemacht, irgendeines davon kann ja das Richtige sein.  
     
 

 
     
           
     
  Nachdem wir Magdalenas Geburtshaus besichtigt hatten, gingen wir in die ehemalige Stefanigasse. Ich konnte mich nicht mehr zurückhalten und stürmte los, dass die anderen fast nicht nachkamen. Helena meinte, die Strasse sei endlos lange und es wäre noch lange nicht so weit. Aber als ich die Rückfront von der Volksschule sah, gab es kein Halten mehr, denn nun konnte es nicht mehr weit sein.  
  Dann war ich bei der Nr. 56 angekommen, blieb wie angewurzelt stehen und konnte die Tränen nicht mehr zurück halten. Das hatte ich nicht erwartet, das war einfach zu schlimm und ich wollte nur noch weg.  
  Es ließ mir dann aber keine Ruhe und ich bin am Sonntag, dann nochmals mit Resi und Anton Dorn in die Stefanigasse gegangen. Das Haus der Familie Dorn war 3 Häuser vor unserem und dann bin ich wieder vor unserem Haus gestanden. Ich konnte den Anblick immer noch nicht fassen. Es stimmte mit dem Bild in meinem Kopf überein. Da waren die 3 Fenster zur Strasse, das Hoftor, der Säulengang in welchem unsere Sommerküche war - nur der Tschardak / Hambar ( Maisspeicher ) und die Scheune waren nicht mehr zu sehen. Ich nehme an, dass sie zusammengebrochen sind  und weggeräumt wurden.  
  Ich machte 3 Fotos, ging näher an die Fenster heran und sah, dass die Scheibe bei dem mittleren Fenster eingeschlagen war. Kurz umgesehen und dann habe ich mit der Hand reingefasst und die verschmutzte Gardine hochgezogen, damit ich in den Raum sehen konnte.  
  Es war kein Zweifel, es war unser Haus - denn ich hatte noch ein Bild vor Augen, das einer Küche und da ging links eine Türe in einen anderen Raum - und eben genau diese Türe sah ich an genau derselben Stelle.  
  Ich muß mich damit abfinden, dass das Haus meiner Eltern eine Ruine ist, die langsam immer mehr zerfällt. So wie es aussieht, steht das Haus schon ziemlich lange leer - aber leider war das Hoftor abgeschlossen (vielleicht aus Sicherheitsgründen wegen der Baufälligkeit), sodass ich nicht hineingehen konnte.  
     
           
     
           
     
 

.. die Stefanigasse - Blick zum Ortsrand

 
     
 

Obwohl ich doch geglaubt hatte, dass ich mit diesem Teil meines Lebens abgeschlossen habe, tat mir der Anblick unbeschreiblich weh !

 
     
  Diesen Schock konnte ich einige Zeit einfach nicht verkraften. Ich konnte mich nicht dazu aufraffen, anschließend das Haus meiner Großmutter aufzusuchen. Ich wollte nicht nochmals so enttäuscht werden.  
  Aber Tage später bat ich Rose und Adam doch mit mir hinzugehen. Wir waren ja unweit davon bei Freundinnen von Helena untergebracht und ich hätte es mir nicht verziehen, wenn ich so heimgefahren wäre.  
  Ergebnis: Das Haus meiner Großeltern existiert nicht mehr, ebenso nicht das Nachbarhaus, in welchem eine Serbin wohnte. Dafür wurde hier eine - jedenfalls für Ruma-Verhältnisse - Villa hingestellt, die über beide Eckgrundstücke geht.  
     
 

 
               
 

      

 
 

 
  Natürlich war es eine Riesenenttäuschung für mich und ich konnte das Bild lange nicht verdrängen - aber was konnte ich eigentlich mehr erwarten? Ich bin ja von anderen schon vorgewarnt worden, dass es schlimme Enttäuschungen geben kann.  
  Dennoch war ich fest überzeugt, dass ich in mein Geburtshaus reingehen und es mir ansehen kann, zumal Walter Peischel, der jedes Jahr in Ruma weilt, mit versicherte, dass die Linzner - Häuser in der Stefanigasse noch stehen.  
     
 

 
     
  Es ließ mir einfach keine Ruhe, dass unser Haus leer stand und bei einem Telefonat mit Helena habe ich darüber gesprochen. Helena war einfach umwerfend. Sie hat herausgefunden, wer unser Haus gekauft hat und dass die Familie zeitweise in Ruma und zeitweise in Stuttgart sind. Sie hat sich mit der jetzigen Besitzerin getroffen und bei dieser Gelegenheit einige Fotos von unserem Haus gemacht.  
 

Gestern rief sie mich an und teilte mir mit, dass Draga nun nach Stuttgart kommt und sich gerne mit mir treffen möchte. Natürlich habe ich großes Interesse daran mehr zu erfahren. Ich bin sehr gespannt die jetzigen Besitzer unseres Hauses kennen zu lernen.

 
 

 
     
 

Zurück