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Spurensuche in der Vergangenheit |
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| Endlich steht fest, der Heimatverein plant eine Reise in die alte Heimat. Wie sehr habe ich darauf gewartet! Natürlich habe ich mich sofort angemeldet und in 6 Monaten geht es los ... ich kann es kaum noch erwarten. Was werden wir vorfinden? Wie wird man uns dort empfangen? Steht mein Geburtshaus noch? Werde ich es so vorfinden - oder wenigstens ähnlich - wie ich es in Erinnerung habe? | ||
| ...so viele Fragen bestürmen mich .... | ||
| ...Antworten werde ich erst im September erhalten... | ||
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Mittwoch, 17.9.2008 |
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| Ich fuhr morgens mit der S-Bahn nach Wernau. Dort angekommen fragte ich eine Frau, wo denn die Bushaltestelle für den Stadtbus sei. Sie zeigte mir den Weg und ich ging durch die Unterführung und als ich oben ankam fuhr der Bus gerade weg. Ratlos sah ich mich nach einem Taxi um, als ein Wagen neben mir hielt und eben jene Frau - die ich nach dem Weg gefragt hatte - zu mir sagte: „Steigen Sie ein, ich fahre sie zu dem Hotel Rössle“. Welch ein guter Start bei meiner Spurensuche. Ich nahm es einfach mal als gutes Omen. | ||
| Ca. 9,15 Uhr fuhren wir in Wernau ab und da wir in Ulm, Fürstenfeldbruck, Linz-Haid und am Mondsee noch Leute abholen mussten, dauerte die Fahrt bis in die Abendstunden. Nach einigem Suchen fanden wir dann endlich das Gasthaus Tödling. | ||
| Müde wie wir waren, schockte uns die schlechte Organisation in diesem Gasthaus doch sehr. Nicht allein die Zimmeraufteilung war sehr gewöhnungsbedürftig, auch die „leibliche Versorgung“ hatte so ihre Tücken. Das ganze Personal bestand aus den beiden Besitzern und das konnte sicherlich Stunden dauern, bis wir alle etwas zu essen und zu trinken bekommen würden. Also griff ich zur Selbsthilfe. Ich holte mir den Block vom Tresen und begann an unserem Tisch die Bestellung aufzunehmen, in der Küche abzuliefern und dann auch zu servieren. | ||
| Endlich konnten wir uns auf unsere Zimmer begeben, aber da kam der zweite Schock. Das Zimmer, welches ich mit meiner Mitreisenden Rosi teilte, war ein „Kühlraum“ und selbst die Bettwäsche war klamm und eisig. Ich begab mich schnell unter die Dusche und hoffte so, mich einigermaßen aufzuwärmen, aber das war wohl ein Fehler…. mir war nur noch kälter. In meiner Verzweiflung stand ich auf und zog alles an, was ich auf dem Zimmer hatte (den Koffer hatte ich im Bus gelassen,) Ich war nun bekleidet mit meinem Schlafanzug, darüber Hose und Pullover, sowie meiner wattierten Steppweste - aber trotzdem zitterte ich am ganzen Körper vor Kälte. Erst als ich auch noch meinen Mantel anzog, bin ich irgendwann in den Morgenstunden eingeschlafen. | ||
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Donnerstag, 18.9.2008 |
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| Beim Frühstück beschwerte ich mich bei den Wirtsleuten über das eiskalte Zimmer, für welches ich ja auch noch € 30,-- berappen musste. Na ja, wenigstens das Frühstück war dann reichlich und gut und so stärkte ich mich und dachte mit Unbehagen daran, was mich wohl in Ruma erwarten würde, wenn schon hier in Österreich die Unterkunft nicht gerade angenehm war. Als die Mitreisenden ihre Koffer im Bus verstauten hatte ich ein ganz besonderes Erlebnis. | ||
| Auf der Weiterfahrt gab es keine nennenswerten Vorkommnisse, außer dass wir in Slowenien von einer Motorradstreife gestoppt wurden, weil unser Busfahrer nach der Abfahrt von der Autobahn die Geschwindigkeit nicht genügend gedrosselt hatte. Nach einem längeren Disput, bei dem Josef Frach dolmetschen musste, durften wir nach Entrichtung eines „saftigen“ Busgeldes wieder weiterfahren. Das fängt ja richtig abenteuerlich an ….. | ||
| An der Grenze zu Serbien hatten wir einen längeren Aufenthalt, da hier noch die „alten Grenzübertritts-Bestimmungen“ Geltung haben. Wir nutzten die Wartezeit damit, dass wir uns mit unseren Mitreisenden bekannt machten und uns gegenseitig „ausfragten“ *grins. So langsam wurden wir eine Gemeinschaft. Die Fahrt durch Serbien hat mich ein wenig enttäuscht. In Slowenien hatte man sehr wohl den Eindruck, dass sich etwas tat. Man sah sehr viele neue Häuser und daher fiel es besonders auf, dass in dieser Richtung auf serbischem Gebiet nicht sehr viel zu sehen war. Mir wurde nun doch etwas beklommen. | ||
| An der Autobahn-Ausfahrt bei Sremska Mitrovica stieg Dipl.Ing. Stevic zu, einer der Kontaktpersonen während unseres Aufenthaltes und wir fuhren auf der Landstrasse weiter in unsere Geburtsstadt, wo uns Helena - unsere Kontaktperson in Ruma - bereits vor dem Restaurant in welchem wir zu Abend essen wollten erwartete. Wir gruppierten uns an den Tischen (die Konstellation des ersten Abends sollte während des ganzen Aufenthaltes bleiben. Rose und Adam Bornbaum mit ihrem Onkel, sowie meine Zimmergenossin Rosi geb. Leipold und ich. Es fehlte am ersten Abend nur Hildegard , geb. Kaufmann, die erst durch die Quartierzuweisung zu uns stieß). | ||
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Während wir auf das Essen warteten und im eifrigen Gespräch waren, bekam ich Überraschungsbesuch. |
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| Nach dem Abendessen, begann die Zuweisung der Unterkünfte, bei dem sehr viel organisatorisches Geschick gefordert war. Das Motel in Ruma hatte uns ja die zuvor bestätigten Zimmer kurzfristig abgesagt. So mussten Helena und Herr Stevic nach anderen Unterkünften suchen, was sich als sehr beschwerlich erwies. Unsere Reisegruppe wurde aufgeteilt: ein Teil der Gruppe kam in einem Hotel in Sr.Mitrovica, ein weiterer Teil in einem Hotel bei Ruma unter. Zum Schluß teilte Helena meine Zimmergenossin Rosi, Hildegard und mich als Einzelreisende bei ihrer Freundin Mila und die Familie Bornbaum bei ihrer Freundin Milena ein und brachte uns dann auch noch zu unserer Unterkunft, die sich direkt im Zentrum von Ruma befand. (Nun war wenigstens mein Wunsch, in Ruma direkt zu übernachten, in Erfüllung gegangen. Ich kann eigentlich gar nicht sagen warum, aber es war mir einfach wichtig! ) | ||
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(Klickt auf das Bild, wenn es euch interessiert, wie gut wir es bei unseren Gastgeberinnen hatten)
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| Freitag, 19.9.2008 |
| Wir sechs gingen um 8 Uhr in das Restaurant zum Frühstück.
Nein, das wollten ich uns nicht die ganze Zeit antun. Wir beschlossen, uns an den restlichen
Tagen selber zu versorgen und haben dann immer bei unseren Gastgeberinnen gefrühstückt,
nachdem die Damen uns sowieso immer bewirteten.
Danach war Treffen bei der Kirche und als die anderen Reiseteilnehmer ebenfalls eingetroffen waren, gingen wir zu Fuß zum Friedhof, wo eine kurze Andacht stattfand und wir Gelegenheit hatten evtl. vorhandene Gräber zu suchen. |
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Mich interessierte vor allen Dingen der Kalvarienberg, da davon meine Großmutter so oft gesprochen hat. |
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Anschließend trafen wir uns zur Begrüßung im Kulturzentrum, bei welcher sich der Bürgermeister entschuldigen ließ und 2 Stadträte schickte. Ich habe mir die vielen alten Fotos an den Wänden, auf welchem das „alte Ruma unserer Vorfahren“ zu sehen war, angesehen und natürlich auch Fotos davon gemacht.. |
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| Nach dem Mittagessen in dem uns schon bekannten Restaurant stand die Besichtigung der Deutschen Volksschule auf dem Programm. Hier haben schon unsere Eltern und einige unserer Mitreisenden die "Schulbank gedrückt" und diese durften dann auch in ihr ehemaliges Klassenzimmer. | ||
| Der Rest des Tages stand uns zur freien Verfügung und unsere Kontaktpersonen wollten mit uns unsere GEBURTSHÄUSER – soweit noch vorhanden – besuchen. Wir trafen uns dann alle wieder zum Abendessen und jeder erzählte von seinen Erlebnissen. | ||
| Es wurde dann noch ein sehr schöner Abend, wobei unsere Tischrunde natürlich wieder das Schlußlicht war. Aber wir hatten ja auch keine längere Rückfahrt, sondern nur einen Spaziergang von 10 Minuten zu unserer Unterkunft. | ||
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Samstag, 20.9.2008 |
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| Heute stand die Einweihung des Denkmals für die Deutschen, die im Lager Svilara von 1945 bis 1947 gestorben sind, auf dem Programm. Wir sammelten wieder alle Mitreisenden ein und fuhren zum katholischen Friedhof in Sr.Mitrovica. Siehe Pressemitteilung | ||
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| Die Feier dauerte mit Ansprachen und Kranzniederlegung ca. 3 Stunden und anschließend fuhren wir zum ehemaligen Lager Svilara. Dort wurden Blumen niedergelegt und ein gemeinsames Gebet gesprochen | ||
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| Zurück in Ruma, hatten wir noch etwas Zeit zur Verfügung, bevor es zu einem Festabend im kroatischen Vereinshaus gehen sollte. Diese Zeit nutzten wir Hausgenossen zu einem weiteren Spaziergang, wobei uns der Onkel von Rose und Adam sehr viele Plätze zeigte, die er noch von früher vorfand. U.a. zeigte er uns das ehemalige Gemeindehaus und wo das Postamt damals war, in welchem mein Großvater, mein Vater und zwei Onkel von mir arbeiteten. | ||
| Abends 19 Uhr: Im kroatischen Vereinshaus – Nachfolge des Hrvatski Doms – wurden wir bereits mit einer schön gedeckten Tafel erwartet. Nachdem alle Platz genommen hatten, spielte eine Gruppe des Tamburasa-Orchesters auf. Die folkloristische Einlage kam ganz gut an und ich habe mir dann auch 2 CD's mitgenommen. | ||
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| So gegen 20 Uhr wurde das Essen aufgetragen und
bald herrschte eine sehr heitere Stimmung. Nach dem Essen wurde getanzt bis
ca. 23 Uhr, dann mussten wir leider zurück, da der Busfahrer seine
Ruhepausen einhalten musste.
Zurück in unserer Unterkunft haben Hildegard und ich in ihrem Zimmer noch etwas weiter gefeiert, da Rosi müde war und gleich schlafen wollte.. |
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| Sonntag, 21.9.2008 | ||
| Um 10 Uhr war in unserer Kirche ein deutsch/serbischer Gottesdienst. Es war ein ganz besonderes Erlebnis für mich. In dieser wunderschönen Kirche sind meine Vorfahren und meine Eltern und auch meine Geschwister und ich getauft worden und unsere Eltern haben hier geheiratet. | ||
| Nach der Messe waren wir im Gemeindehaus zum Kaffee eingeladen. Aber ich musste vorher noch viele Fotos machen von dem Altar, den Nebenaltären sowie den wunderschönen Glasfenstern. Es tut weh, den Verfall dieser wunderschönen Kirche mit ansehen zu müssen und ich hoffe sehr, dass genügend Spendengelder zur Renovierung gesammelt werden können. | ||
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| Beim Treffen im Gemeindehaus hat Pfarrer Tovilo angeboten, uns behilflich zu sein bei der Suche nach Daten unserer Vorfahren. Er als Pfarrer habe Einblick in die Kirchenbücher. Diese Gelegenheit habe ich natürlich sofort genutzt und ihm die vorhandenen Daten meiner Eltern und soweit vorhanden meiner Großeltern übergeben. Ich bin nun sehr gespannt, was er findet. | ||
| en Rest des Tages hatten wir zur freien Verfügung und ich habe mich Resi und Anton Dorn angeschlossen, die ihr Haus in der Stefanigasse besuchen wollten. Auch ich wollte nochmals zu meinem Geburtshaus, da ich den Schock vom ersten Tag noch nicht ganz verarbeitet hatte. Auf dem Rückweg traf ich Edmund unseren Busfahrer und wir warteten vor der Kirche wie verabredet auf die anderen. | ||
| Aber nur Helena, Rosi und Magdalena Rudolph kamen mit dem Taxi. Nachdem wir einige Zeit vergeblich auf Rose, Hildegard, Adam und „Onkel“ warteten, lud Helena uns zum Kaffee zu sich nach Hause ein. Abends habe ich dann meinen Koffer gepackt, denn der morgige Tag stand unter dem Motto: | ||
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„Wir lernen mehr von der Heimat unserer Vorfahren kennen ….“ |
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Montag, 22.9.2008 |
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| Um 9 Uhr war wie üblich der Treffpunkt an der Kirche. Die Fahrt ging an den Pestsäulen vorbei durch eine weite Ebene (zur Zeit unserer Vorfahren eine der großen „Kornkammern Europas“) in Richtung Fruska Gora / Frankengebirge. Dies ist ein Erholungsgebiet von sechzig Kilometern Länge und hat eine Erhebung von 540 m, mit vielen schönen Klöstern | ||
| Die Fruska Gora mit mehr als einem Dutzend mittelalterlicher serbischer Klöster gilt als einer der drei heiligen Berge in der christlich-orthodoxen Welt ( die zwei anderen sind der Berg Sinai mit dem Katharinenkloster und der Berg Athos mit dem Kloster Hilandar). Die Klöster sind interessant aufgrund ihrer Architektur, einer Mischung aus byzantinischen und barocken Elementen. Mit ihren Fresken und Bibliotheken zählen die Klöster der Fruška Gora zu den bedeutendsten und schönsten in Europa. Die bekanntesten unter ihnen sind Krušedol und Hopovo. | ||
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Wir haben uns das serbisch/orthodoxe Kloster Hopovo angesehen |
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| Nach einem kurzen Aufenthalt zu einem kleinen Spaziergang durch Sr.Karlowitz – hier wurde am 26. Januar 1699 der Frieden von Karlowitz geschlossen. Mit ihm endete der Große Türkenkrieg zwischen dem Osmanischen Reich auf der einen und Österreich, Polen, der Republik Venedig und Russland auf der anderen Seite. – fuhren wir dann weiter zur Wallfahrtskirche Maria Schnee | ||
| Maria Schnee ist ein katholischer Gedenktag am 5. August zur Erinnerung an die Weihe der römischen Patriarchalbasilika Santa Maria Maggiore anno 432. Gemäß der Legende sei sie auf dem Esquilin nach einem „Schneewunder“ am Morgen des 5. August unter Papst Liberius gegründet in der heutigen Form von Papst Sixtus III. gebaut worden. | ||
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Maria Schnee war der Wallfahrtsort unserer Vorfahren. Sie waren damals fast 2 Tage zu Fuß unterwegs und die Rückfahrt machten sie dann mit dem Wagen. |
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| Zwischenzeitlich war es Mittagszeit und wir nahmen am Fuße der Festung in Peterwardein unser Mittagessen ein. | ||
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Petrovaradin (deutsch: Peterwardein) ist seit 1945 ein Ortsteil von Novi Sad in Serbien. Bekanntheit erlangte die Stadt am 5. August 1716 durch die Schlacht von Peterwardein, in der Prinz Eugen von Savoyen mit seinen 80.000 Kaiserlichen ein 150.000 Mann starkes osmanisches Heer vernichtend schlug Die Festung Peterwardein war die größte Festung Europas im 17. Jahrhundert. Gleichzeitig war sie die wichtigste Festung Österreich-Ungarns auf dem Balkan und wurde zwischen 1692 und 1780 erbaut. Sie erstreckt sich über ein Gebiet von 112 ha, darunter ein einzigartiges System an unterirdischen Gängen unter der Festung mit einer Länge von 16 km. Außerdem ist die Festung mit 5 Pforten, 12.000 Schießscharten und Plätzen für 400 Feldkanonen ausgestattet. Sie ist das Wahrzeichen Peterwardeins. |
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| Nach dem Mittagessen besuchten wir die imposante Festung und von der Aussichtsplattform hatten wir einen phantastischen Blick auf die Altstadt von Peterwardein, am Fuße der Festungsanlage, | ||
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sowie über die Donau auf das gegenüberliegende Novi Sad ( früher Neusatz) |
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| Novi Sad (früher Neusatz) wurde 1694 nach der Eroberung des Gebiets durch die Habsburger unter Prinz Eugen von Savoyen gegründet. Das Stadtzentrum wurde im barocken Stil erbaut. Zu den bedeutendsten Bauwerken der Stadt gehören die Kathedrale, das Rathaus sowie am gegenüberliegenden Ufer die Festung Peterwardein. Novi Sad ist heute die Hauptstadt der Wojvodina (ehemals Syrmien). | ||
| Eigentlich sollte nun wieder die Rückfahrt nach Ruma stattfinden, aber zwischenzeitlich wurde beschlossen noch einen Besuch in Zrenjanin (früher Betschkerek), der Verwaltungshauptstadt des Banats, zu machen. | ||
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| und von hier aus ging die Fahrt dann bis zum rumänischen Grenzgebiet nach | ||
| Rudolfsgnad | ||
| Vor Ende des Zweiten Weltkrieges war der Ort überwiegend von Deutschen (Donauschwaben) besiedelt, die ab 1944 vertrieben oder ermordet wurden. Die Einwohnerzahl betrug im Mittel ab etwa 1800 ungefähr 3.000 Personen. Die Flucht der Deutschen vor der heranrückenden Roten Armee sowie den kommunistisch dominierten Partisanen begann am 3. Oktober 1944. Die Deutsche Wehrmacht sprengte bei ihrem Rückzug den Kirchturm der Rudolfsgnader Kirche, um den Verfolgern keine Beobachtungspunkte zu ermöglichen. Dabei wurde der Pfarrer Rudolf Schummer von den Trümmern seiner eigenen Kirche erschlagen. | ||
| Lager Rudolfsgnad: In Knicanin bestand von 1945 bis 1948 ein sogenanntes „Arbeitslager“, in dem aber hauptsächlich volksdeutsche Frauen, Kinder und Ältere untergebracht waren. Das Lager verzeichnete in diesem Zeitraum insgesamt ca. 33.000 Insassen, von denen nachweislich 9.500 dort gestorben sind. Die tatsächliche Zahl dürfte aber eher bei 13.000 Toten liegen. Hauptsächliche Todesursachen waren Hunger und Krankheiten wie Fleckfieber und Typhus. Vierzehn Erschießungen sind belegt, nach Augenzeugenberichten lag auch hier die tatsächliche Anzahl weit darüber. Des Weiteren soll es auch zu Vergewaltigungen und anderen Misshandlungen gekommen sein. | ||
| Rudolfsgnad wurde in den Jahren 1945 – 1948 zu einem gefürchteten und grausamen Vernichtungslager, in dem Tausende von Donauschwaben den Tod fanden – es wurde damit zu einem Symbol der Vernichtung der donauschwäbischen Heimat. | ||
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| Auf der „Teletschka“, einem kleinen Feld am Ortsrand sind in einem – inzwischen zum Friedhof geweihten – Massengrab ca. 9.000 Tote begraben. Weitere 3000 Opfer ruhen auf dem ehemaligen Dorffriedhof. Das Lager Rudolfsgnad wurde 1948 u.a. auf Druck des Roten Kreuzes und des Vatikan aufgelöst. | ||
| 1998 wurden dort von der Belgrader „Gesellschaft für serbisch-deutsche Zusammenarbeit“ als Mahnmal Gedenktafeln errichtet | ||
| Nach einem gemeinsamen Gebet bestiegen wir wieder den Bus und traten die Rückreise nach Ruma an, wo wir am späten Abend ankamen | ||
| Da dies unser letzter Abend in Ruma war, lud uns Helena zu sich nach Hause ein. Hildegard und Rosi machten die Kürbisstrudel unter Anleitung von Helena, während wir anderen, Rose und Adam, „Onkel“ – wie er zwischenzeitlich von allen genannt wurde - Franz, Gerhard und ich den Sliwowitz verkosteten. | ||
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| Ca. 24 Uhr machten wir - „Helenas Schützlinge“ - einen Nachspaziergang zurück zu unseren Gastgebern. Hildegard und ich ließen den Tag und Abend bei einem Glas Wein in ihrem Zimmer noch ausklingen. | ||
| Dienstag, 23.9.2008 | ||
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Um 9,15 Uhr hat Mila’s Tochter unsere Koffer mit dem Auto zum Abholort vor der Kirche gebracht und wir gingen zu Fuß, begleitet von unseren Gastgeberinnen. |
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| Der Bus kam mit den Mitreisenden, die in Sr.Mitrovica genächtigt hatten. Wir verstauten unser Gepäck und holten noch die Mitreisenden von dem Hotel bei Ruma ab und die Rückreise konnte losgehen |
| Diese verlief unter angeregten Gesprächen reibungslos – und diesmal sogar ohne Strafzettel *grins – und mich beschäftigte nun die Frage: Was wird uns in Ehrenhausen erwarten? Nach dem Fiasko bei der Herfahrt hatte ich so meine berechtigten Zweifel. | ||
| Doch wir wurden angenehm überrascht. Es war alles hell erleuchtet, Die Tische eingedeckt und wir hatten die Auswahl zwischen zwei Gerichten. Die Tochter der Wirtsleute war eine flotte Bedienung und somit konnten wir alle unseren Hunger - ohne große Wartezeiten – stillen. | ||
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| Dies war ja unser letzter gemeinsamer Abend und so blieben wir in unserer bekannten Runde, erweitert durch Magdalena, Hans, Toni und unserem „Maschinisten“ noch bis ca. 23 Uhr sitzen. Dann allerdings hat „Onkel“ zum Aufbruch gemahnt. Schließlich sollten wir morgen die Weiterfahrt ja nicht verpassen. | ||
| Da unser Zimmer diesmal auch gut beheizt war, hatte ich eine angenehme und ruhige Nacht. | ||
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Mittwoch, 24.9.2008 |
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| Um nicht zu spät in Wernau anzukommen mussten wir um 6 Uhr aufstehen und um 7 Uhr frühstücken, damit wir um 8 Uhr die Weiterfahrt antreten konnten. Nachdem die Mitreisenden - die auf der Hinfahrt später zugestiegen sind – alle ausgestiegen waren ging es geradewegs Richtung Wernau mit einer Kaffepause am Rastplatz Irschenberg. | ||
| In Wernau angekommen stiegen die restlichen aus, bis auf Maria und Adam – diese mussten noch den Zug nach Heidelberg bekommen und so fuhren wir sie noch zum Esslinger Bahnhof | ||
| Ich fuhr mit dem „Maschinisten“ (diesen Namen hat ein Serbe unserem Busfahrer verpasst und ab sofort wurde er auch von uns nur noch so gerufen) mit nach Filderstadt. Dort musste er den Bus ausräumen und er hatte mir angeboten, mich danach mit seinem PKW - auf seinem Heimweg nach Sindelfingen vor meiner Wohnung abzusetzen. Da ich einiges mehr an Gepäck hatte als auf der Hinfahrt, nahm ich sein Angebot dankend an. Ich war froh, dass ich nicht die S-Bahn mit zweimaligem Umsteigen benutzen musste. | ||
| So gegen 22 Uhr war ich dann wieder zu Hause und eine ereignisreiche Woche war zu Ende. | ||
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| FAZIT | ||
| Ich habe mich so lange danach gesehnt, mein Geburtshaus wiederzusehen und die letzten Monate habe ich mich dauernd damit beschäftigt, sodass es mir fast den Boden unter den Füßen weggerissen hat, als ich dann davor stand. | ||
| Erst bei meinem zweiten Anlauf, habe ich die Realität begriffen. Auf jeden Fall weiß ich, dass die Bilder in meinem Kopf alle aus meinem Geburtshaus waren und sind ... und so werde ich sie auch in Erinnerung behalten. | ||
| Alles in allem aber war diese Reise für mich ein sehr großer Gewinn. Es war schön, einiges von dem Land zu sehen, welches unsere Eltern so sehr geliebt haben und dem sie so lange nachtrauerten ..... auch wenn nun nichts mehr davon übrig geblieben ist | ||
| Vor allen Dingen habe ich aber eines gemerkt:: | ||
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Nicht nur alle Linzner`s sind miteinander verwandt.... nein, eigentlich sind alle Rumaer irgendwie miteinander verwandt!!! |
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| Obwohl ich doch eigentlich bei Beginn der Reise niemanden kannte, so waren wir doch gegen Ende der Reise eine richtige Gemeinschaft! | ||
| Ich möchte mich auf diesem Wege nochmals bei allen Mitreisenden für die schöne, gemeinsam verbrachte Zeit bedanken. Ich habe mich bei euch allen sehr wohl gefühlt und vielleicht treffen wir uns ja irgendwann mal wieder auf so einer Fahrt?!? | ||
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