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Tunesien |
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Der Urlaub in Tunesien war eigentlich nur zur Erholung und als Badeurlaub gedacht. Mein Hotel im Hammamet war sehr schön und lag direkt am Strand in ruhiger Lage. Der Bazar hatte auch eine starke Anziehungkraft auf mich, nicht zuletzt wegen der großen Auswahl an Gewürzen,
Nach einiger Zeit wurde es mir aber doch zu langweilig und ich machte mich auf die Suche nach Abwechslung. Karthago, die alte punische Hauptstadt, heute ein moderner Villenvorort von Tunis, ist ein Muss für jeden Kulturinteressierten. Hier hat Hannibal gekämpft und gegen Rom verloren.
In Hammamet wurde eine 4-Tagestour in die Wüste angeboten. Da musste ich natürlich mit von der Partie sein. Wir waren in unserem Jeep eine ganz gemischte Gruppe. 5 Deutsche, 2 Franzosen, 2 Spanier und 1 Ägypter – dennoch hatten wir bald sehr guten Kontakt und sehr viel Spaß.
Viel Spaß im Jeep... Unsere Jeep – Besatzung
Rast in einer Oase – wo wir dann auch eine landesübliche Kopfbedeckung verpasst bekamen. Diese war uns besonders beim Sandsturm sehr von Nutzen. Das lange Ende des Tuches haben wir uns dann vor das Gesicht gesteckt – dennoch hatten wir eine Menge von dem mehlfeinen Sand zwischen den Zähnen.
Was mir das Eselchen wohl erzählen wollte? Mit unserem spanischen Paar habe ich dann noch eine kleine Dünenbesteigung gewagt. War sehr anstrengend, da man immer wieder zurück rutschte. Außerdem war der Sand glühendheiß und wir hatten alle nur Sandalen an ;-((((
Matmata, ein Dorf in der Wüste mit vielen Höhlenwohnungen. Auch ein Höhlenhotel gab es – nun ja, Hotel ist ja nun wirklich nicht die richtige Bezeichnung. Wir haben uns für das 7-Bett-Zimmer entschieden und ein „feudales“ Zimmer zugewiesen bekommen,
aber immerhin gab es richtige Matratzen und saubere Bettlaken – allerdings war diese Unterkunft nicht für längeren Aufenthalt gedacht. Es gab keine Schränke oder sonst irgendwelche Behältnisse. Außerdem gab es nur einen gemeinsamen Waschraum… na ja… ich habe mich dann lieber nur für eine „Katzenwäsche“ entschieden. Die Tische in dem Speiseraum waren alle ebenfalls in Nischen , was den Vorteil hatte, dass es hier sehr angenehm kühl war und wir von der Gluthitze der Wüste nichts mehr spürten.
Unsere Zimmerbelegung, wir fünf Deutsche und unser spanisches Paar, welches sich gerade auf Hochzeitsreise befand. Unser Fahrer Hussein hatte in der Wüste einen Fahrstil drauf, dass ich ihm fragte, ob er für den Jeep einen Waffenschein habe, was ihn köstlich amüsierte. Aber er hat uns immerhin sehr gut, selbst durch den Sandsturm, ans Ziel gebracht.
Unsere zweite Nacht verbrachten wir in einem echten Beduinenlager mitten in der Wüste. Wir hatten wieder ein großes Zelt mit 7-er Belegung erwischt, was uns nur recht war.
Da die Zelte alle gleich aussahen, haben wir vor unserem Zelt eine Rolle Toilettenpapier aufgehängt, damit wir auch immer ins richtige Zelt finden.
Unmittelbar neben unserem Zeltlager gab es eine Thermalquelle und wir freuten uns schon auf die Erfrischung. Hat uns auch sichtlich Spaß gemacht – allerdings war dieser schnell wieder verflogen. Denn immer wenn wir aus dem Wasser heraus kamen, wurden wir durch den Wind mit dem feinen Sand wieder eingepudert. Wir kamen uns schon richtig wie panierte Schnitzel vor. Nach dem Abendessen, welches natürlich am Lagerfeuer eingenommen wurde, haben „wir Sieben“ mit unseren Fahrern (wir waren insgesamt 5 Jeeps) einen Spaziergang in die Wüste gemacht. Im Sand gehen macht sehr müde, also haben wir uns dann alle auf dem Rücken in den Sand gelegt und den Sternenhimmel über uns bewundert. Unsere Fahrer haben Musik gemacht. Es war ein sehr stimmungsvoller Abend und ich habe die Sterne noch nie so klar und so nah gesehen. Ich hatte das Gefühl, dass ich nach ihnen greifen könnte, wenn ich wollte. Aber irgendwann – nach Mitternacht – sind wir dann doch in unser Zelt gekrochen.
Am nächsten Tag überquerten wir den Salzsee und besuchten in Tozeur einen Tierpark. Es gab einen zahmen Löwen, der sich gerne von mir streicheln ließ. Auf Zuruf des Wärters brüllte der Löwe und zeigte sein Gebiß – wow, so schnell bin ich noch nie über eine Umzäunung gekommen ;-))) Dann gab es da noch einen Elefanten, der selbst mit seinem Rüssel das Tor aufmachte und eine Flasche Coca Cola mit dem Rüssel hochhob und austrank.Ich weiß nicht, ob das so gesund für das Tier ist, wenn es bei jeder Touristengruppe immer eine Flasche Coca Cola austrinkt. Aber der Wüstenfuchs, den Hussein mir plötzlich in den Arm legte war wirklich niedlich, trotz seiner übergroßen Ohren im Gegensatz zu seinem kleinen Kopf.
Ein weiterer Höhepunkt war ein Kamelritt, morgens um 6 Uhr in die Wüste zum Sonnenaufgang. Wow, waren das Farben, von dunkelrot immer heller werdend bis die Sonne endlich ganz aufgegangen war und alles in gleißendes Licht hüllte. Unsere dritte Nacht verbrachten wir in einer Oase in Bambus-Hütten. Diesmal mussten wir uns aufteilen, da es leider keinen Raum mit 7 Betten gab. Dafür haben wir ausgiebig am Pool gefeiert, nachdem wir uns vorher an einem nahe gelegenen Wasserfall erfrischt hatten. Hier gab es keinen Sand und wir konnten uns endlich ausgiebig säubern.
Nach dem Frühstück am nächsten Morgen machten wir noch ein Abschiedfoto vor dem Pool und dann ging es auf die Rückfahrt über Kairouan – Besichtigung der Moschee – und dann zurück zum Hotel.
Wieder im Hotel angekommen war erst mal ein ausgiebiges Bad angesagt, bevor wir uns zum Abendessen trafen und noch viel über die vergangenen Tage sprachen. Es hat uns allen ausnehmend gut gefallen und wir wären am liebsten gleich wieder losgefahren.
Fazit: Es war ein abenteuerlicher, schöner Ausflug und sollte ich wieder einmal nach Tunesien kommen, würde ich so eine Wüsten-Safari bestimmt noch einmal mitmachen. |
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