Marmaris                            

   

  1994 habe ich ein Last-Minute-Angebot für 3 Wochen Marmaris in der Türkei gebucht. Die Lage des Hotels war sehr schön, auch der Ort Marmaris war nicht ohne Charme mit einem malerischen Bazar.

In den Wochen habe ich verschiedene Fahrten unternommen:

 

Ephesus:

Ephesus ist eine der größten Ruinen-Attraktionen Kleinasiens. Nicht nur ein großer Name - man sieht auch was, mehr als nur ein paar Tempelstümpfe - eine ganze Stadt.

Unbedingt eine Kopfbedeckung mitnehmen, denn die Anlage ist fast vollkommen schattenfrei und es ist zuweilen höllisch heiß.

Wir besuchten noch die Siebenschläfergrotten. Während der Christenverfolgung des Kaisers Decius sollen hier sieben Märtyrer lebendig eingemauert worden sein; nach 150jährigem Schlaf entdeckte man sie, bei bester Gesundheit, in der Zeit des Theodosius.

 

Pamukkale: (Hierapolis)

Das große Naturwunder der Südosttürkei. Schon bei der Anfahrt, sieht man von weitem die Kalksinterterrassen in ihrem strahlenden Weiß. Es sieht aus wie ein Baumwollschloss oder Eispalast.

Extrem kalziumbikarbonathaltiges, 50° warmes Wasser rinnt über die Terrassen. Das Kohlendioxyd geht prickelnd in die Luft, der Kalk lagert sich ab und erzeugt die bizarren Formationen Pamukkales. Nur, ist in dieser Gegend das Wasser zu kostbar, um es nur durch die Landschaft fließen zu lassen. Man leitet es teilweise um, um die Felder zu bewässern. Über die Terrassen fließt immer weniger Wasser. Wenn Sie also Pamukkale in voller Pracht sehen wollen, dann sollten sie am besten im Frühjahr hinfahren, wenn das Wasser noch nicht so Mangelware ist.

       
 
   

Dalyan:

Kurz vor Dalaman, dem Flughafen für dieses Gebiet, liegt der idyllische Yachthafen Göcek mit guten Fischrestaurants.

Dalyan, früher ein hübsches Fischerdorf, ist bekannt geworden, weil 1988 der Bau eines Großhotels am internationalen Widerstand von Umweltschützern gescheitert ist.

Der mit Schilf bewachsene Binnensee Köycegiz Gölü und das Mündungsdelta beim Iztuzu-Strand werden zu den ökologisch wertvollsten Gebieten der Türkei gerechnet.

Sie bieten zahllosen geschützten Tierarten Lebensraum, nicht zuletzt der Meeres-schildkröte Caretta caretta. Das Großhotel konnte gestoppt werden, aber es gibt hier zahllose  Restaurants und über 100 Pensionen.

Wir machten eine Bootsfahrt zu den Ruinen von Kaunos und kamen an Felsengräbern vorbei. Die Fahrt war einfach abenteuerlich, da das Boot auf Wasserstrassen zwischen 2-3 m hohem Schilf fuhr. Wir besichtigten auch die Lagune, an welcher die Caretta caretta ihre Eier ablegt und mussten dann wieder zurück, da ab 18 Uhr das Gebiet nicht mehr befahren werden darf.

 

Kappadokien:

Die interessanteste Fahrt war nach Kappadokien. Ich habe ein Ehepaar aus der Nähe von Stuttgart im Hotel kennen gelernt und diese wollten auch die Felsformationen von Göreme sehen und so haben wir uns zusammen getan.

Wir haben uns im Reisebüro eine Fahrkarte für den Bus nach Nevsehir gekauft und sind abends um 19 Uhr in Marmaris abgefahren. Eine abenteuerliche Fahrt mit dem Bus ins Landesinnere begann. Jeweils nach 4 Stunden wurde an einer Raststätte ein Halt von 20 Minuten eingehalten. Wir konnten die Toilette aufsuchen und etwas essen.

Je weiter wir ins Landesinnere kamen, um so mehr Menschen stiegen  einfach in den Bus zu, da der Bus immer anhielt, sobald jemand am Straßenrand stand und winkte. Sie hatten teilweise lebende Hühner in Tücher gebunden dabei, die sie auf dem Markt verkaufen wollten. An Schlafen war nicht zu denken.

Morgens um 6 Uhr waren wir dann in Nevsehir. Als wir in einem Reisebüro am Bus -bahnhof nach einer Unterkunft fragten, erklärte uns der junge Mann in gutem deutsch: "Wenn ihr bei mir die Fahrt zu den Höhlenwohnungen und in das Göreme-Tal bucht, bringe ich euch zu einem günstigen Hotel".

Wir waren natürlich einverstanden und er fuhr uns mit seinem Auto zu dem besagten Hotel und ich muss sagen, es war wirklich sehr gut und günstig. Wir vereinbarten, dass er uns am nächsten Morgen um ca. 8 Uhr vor dem Hotel abholen würde.

Abends machten wir noch einen Bummel durch den Ort und Bazar und gingen dann in das Hotel. Pünktlich um 8 Uhr am nächsten Morgen stand er mit seinem Auto vor unserem Hotel und wir fuhren zuerst zu den Höhlenwohnungen.

Ich zeigte ihm einen Zeitungsartikel, welchen ich in einer Illustrierten gefunden hatte und fragte ihn, ob er uns da hinfahren könnte. Er lachte und meinte, klar, Chez Galip sei ja eine Attraktion und auch Reisegesellschaften würden ihn immer wieder mal besuchen.

Wir kamen in das kleine Städtchen Avanos und hielten dann vor einer kleinen Keramik-Werkstätte. Chez Galip ist Keramiker, der seine Waren an Touristen verkauft und als Hobby bittet er seine weiblichen Besucher immer um eine Locke, welche er dann mit Namensschild versehen in seinem Gewölbe aufhängt.

Sieht irgendwie makaber aus. In einem großen Gewölbe im Felsen stehen an den Wänden die Regale mit seiner Keramik und von der Decke herab hängen die verschiedenen Locken zwischenzeitlich über 100.000 Stück.

Von mir hängt nun auch eine Locke in seiner Sammlung ;-)))

Am nächsten Tag machten wir noch eine Fahrt ins Göreme-Tal mit den Felskaminen und Felsenwohnungen.

Wirklich eine sehr interessante Gegend. Wir besichtigten einige der leer stehenden Höhlenwohnungen und ebenso einige noch sehr gut erhaltenen Höhlenkirchen. Die ganze Gegend bestand aus unterschiedlichsten Felsformationen. Wir blieben bis zum späten Abend im Tal und erlebten noch einen phantastischen Sonnenuntergang.

Am nächsten Tag starteten wir wieder mit dem Bus zurück in unser Hotel in Marmaris.

Anmerkung:

Ich habe das Göreme-Tal ganz bewusst sehr kurz gehalten, da ich dieses Jahr eine Kappadokien-Rundreise gewonnen habe und am 10.10.2005 nach Antalya fliege. Dann kommt ein ausführlicher Bericht über diesen reizvollen, interessanten Landstrich.

 

 
 

Zurück