|
Türkische Ägäis |
||
|
Rundreise vom 16.11. - 23.11.2008
|
||
|
|
||
|
Sonntag, den 16.11.2008 Um 15 Uhr machten meine Begleiterin und ich uns auf den Weg zum Flughafen wo wir dann auch gleich einchecken konnten. Nun hatten wir noch genug Zeit um nach der Apotheke zu suchen, denn – wie könnte es auch anders sein – ich habe seit mittags Durchfall und das könnte dann leicht zum Problem werden bei der Rundreise an der Türkischen Ägäis. Anschließend genehmigten wir uns ein gutes Mittagessen und nachdem ich zwei Tabletten genommen hatte, beruhigte sich auch meine Verdauung ;-))) Bewaffnet mit der Bordkarte machten wir uns auf die Suche nach dem Gate, wo dann auch kurz darauf die „Verladung“ begann. Der Flug verlief ohne besondere Vorkommnisse. Ich war nur froh, dass ich bereits ausgiebig gegessen hatte, denn das Essen im Flugzeug war eine Katastrophe. So versuchte ich den versäumten Schlaf der vergangenen Nacht nachzuholen. Bei der Ankunft in Antalya wurden wir gleich in Empfang genommen und zum Bus dirigiert, wo wir dann von der Reiseleiterin „Esmeralda“ über die nächsten Schritte informiert wurden. Wir hatten den Bus Nr. 5 und den sollten wir die Woche über auch behalten. Im Hotel Adonis in Lara, einem Stadtteil von Antalya angekommen konnten wir auch umgehend unsere Zimmer beziehen. Sehr ansprechende Zimmer und der Blick vom Balkon war atemberaubend schön. Hier waren 2 Übernachtungen vorgesehen. Montag, den 17.11.2008 Nach dem Frühstück war für die Reiseteilnehmer eine Information des ortsansässigen Reiseveranstalters angesetzt. Da ich von Anfang an keine zusätzlichen Leistungen buchen wollte, habe ich mich auch nach der Information für das Paket 4 = NIX entschieden. Als wir bereits im Bus saßen, wurden einige von uns aufgerufen und sollten in den Bus 3 umsteigen. Wir wurden „aussortiert“, da wir keine Zusatzleistungen gebucht hatten. Dies war aber das einzig Richtige, wie sich später herausstellte. Wir waren zwar die kleinste Gruppe, aber schon bald die Lustigste. Im Bus 3 angekommen wurden wir von dem Reiseleiter "ONUR" empfangen und er erklärte uns, dass wir nun für die kommende Zeit immer diesen Bus und ihn an Reiseleiter hätten. Außerdem habe er mit dem Büro in Ankara vereinbart, dass er von jedem Reiseteilnehmer € 25,-- für die Eintrittsgelder einkassieren sollte. Dadurch würden lange Wartezeiten - bis jeder einzelne seine Eintrittskarte gekauft habe - vermieden werden. Unser erstes Ziel war ein typisch türkisches Dorf - Onur fuhr mit uns nicht nach Aksu – denn seiner Meinung nach sei dies kein typisches Dorf mehr. In diesem Dorf war alles noch total ursprünglich und außerdem konnten wir die Überreste eines Seldschuken - Äquaduktes besichtigen. Hier habe ich dann auch das erste Mal einen frisch gepressten Granatapfelsaft getrunken (lecker ! ) und das war erst der Anfang. Im Laufe der Woche habe ich eigentlich außer dem obligatorischen Wasser nur Apfel- oder Granatapfeltee getrunken. Nach dem Aufenthalt in dem Dorf fuhren wir zur Seldschuken – Brücke bei Aspendos. Die Brücke führt über den Köprü Suyu (Brückenwasser) und ist auf römischen Fundamenten gebaut. Die Zickzack-Bauweise hat einen guten Grund: Nach alter Überlieferung können Geister nur geradeaus laufen. So war es ihnen nicht möglich, die Brücke zu überqueren. So stand es jedenfalls in unserem Programm. Onur hat sich köstlich amüsiert, als er davon hörte und wollte es uns gar nicht glauben bis er es selber gelesen hatte. Er erklärte uns nun den wirklichen Grund: Die Seldschuken haben durch diese etwas eigenwillige Bauweise verhindern wollen, dass der Feind in gestrecktem Galopp die Brücke überqueren und mit großer Wucht in ihre Verteidigungsreihen einbrechen konnte. Durch den Zickzackbau wurde ihr Tempo immer wieder gedrosselt. Nachdem die anderen Reiseteilnehmer, welche etwas essen wollten, fertig waren fuhren wir weiter in das Naturschutzgebiet zu den Kursunlu - Wasserfällen. Ich hatte diese schon bei meiner Kappadokien-Rundreise besucht, aber diesmal hatten wir besseres Wetter und dieses Stückchen Land ist wirklich paradiesisch ruhig. Nun war unser Programm für diesen Tag beendet und wir fuhren zu unserem Hotel zurück. Ich war ziemlich erledigt, da ich nun bereits die zweite Nacht nur 2-3 Stunden geschlafen hatte und beschloss nach dem Abendessen einen Besuch im „Hamam“ welches zu unserem Hotel gehörte. Dienstag, 18.11.2008 Heute hieß es um 5,30 Uhr aufstehen (ich hatte wieder nur 2 Stunden Schlaf und war in denkbar schlechtester Verfassung – mich quälten wieder Panikattacken und der Tinitus hatte sich verstärkt), Koffer packen, Frühstück und um 8 Uhr war Abfahrt zur größten Etappe in dieser Woche. Leider fing es unterwegs an zu regnen, aber die Hoffnung stirbt zuletzt und wir hofften, dass dies nur ein kurzer Regenschauer sei. Erste Besichtigung war Aphrodisias, das „Florenz der Antike“. Die Stadt war Wallfahrtsort und zugleich Hochburg der Steinmetz -Kunst. Aphrodisias besaß eine der berühmtesten Bildhauerschulen der alten Welt. Den Marmor fand man gleich nebenan in einem Steinbruch. In der ausgedehnten Ruinenstätte bewunderten wir das besterhaltene römische Stadion und die Überreste des berühmten Aphrodite Tempels. Im Museum besichtigten wir dann noch die gut erhaltenen Statuen und Sarkophage. Dies war meine erste Besichtigung einer Ausgrabungsstätte mit Regenschirm. Da das Wetter wirklich nicht einladend war, haben wir auf die Besichtigung des gut erhaltenen Theaters verzichtet, da es sich auf der anderen Seite der großen Anlage befand. Wir fuhren weiter nach Selcuk (früher Ephesus) und bezogen unser Hotel TUSAN Beach Resort. Sehr schön wieder der Ausblick von unserem Balkon auf das Meer, einfach traumhaft – leider wurde die Freude getrübt, denn es zog ein starkes Gewitter auf. Wir hatten schon wieder die größten Bedenken für die Besichtigung der Ephesus – Anlage. Mittwoch, 19.11.2008 Frühstück um 7 Uhr und Abfahrt um 7,45 Uhr zur Ephesus-Ausgrabungsstätte. Mit ihrer 5.000-jährigen Geschichte ist Ephesus eine der imposantesten Ausgrabungsstätten der griechisch-römischen Epoche. Ein beeindruckendes Erlebnis, wenn man die Kurettenstraße von der oberen Agora herunter zur Celsus-Bibliothek spaziert. Interessant auch die Ruinen des Großen Theaters, der Arena, der Hadrian Tempel, das Odeon und die Marmorstrasse. Wir konnten es kaum glauben, aber langsam kam die Sonne durch und unsere Stimmung stieg. Es hat sich sehr viel getan, seit meinem letzten Besuch vor mehr als 12 Jahren. Diese Stätte hat ihren ganz eigenen Reiz und natürlich sieht alles bei strahlendem Sonnenschein noch viel besser aus. Durch das Gewitter in der Nacht waren der Marmor und die Bodenmosaike vom Staub gesäubert und glänzten in der Sonne. Wie beim letzten Besuch war ich von dieser Anlage fasziniert und hielt mich die ganze Zeit innerhalb der Ausgrabungen auf. Zur festgelegten Zeit trafen wir uns wieder beim Bus und die Fahrt ging durch eine wunderschöne Landschaft, vorbei an Oliven- und Feigenplantagen zum Artemis-Tempel und der Isa-Bey Moschee. Es ist nicht leicht, sich die Pracht des Artemis-Tempels angesichts einer großen rechteckigen Grube vorzustellen. Eine einsame, wieder aufgerichtete Säule ist ein schwacher Versuch, einen guten Eindruck zu machen. Man kann sich kaum vorstellen, dass das Artemision eines der sieben Weltwunder war. Vom Artemision zur antiken Stadt verlief ursprünglich eine „Heilige Strasse“. Die heutige asphaltierte Zufahrt zum Nordeingang folgt annähernd dem Lauf dieser Via Sacra, von der vor einigen Jahren östlich des Theater-Gymnasiums eine Passage freigelegt wurde. Gleich dahinter steht die Isa Bey-Moschee. 1375 erbaut, ist sie ein gutes Beispiel für die türkische Architektur der Emiratsperiode, in der sich der Übergang vom seldschukischen zum osmanischen Baustil vollzog. Den von hohen Mauern eingeschlossenen Außenhof säumten ursprünglich überkuppelte Säulengänge. Zwei Minarette flankierten links und rechts die Hoffassade des quer liegenden Gebetssaales. Die Dachkonstruktion der Moschee wird von antiken Säulen getragen, die aus den Hafenthermen von Ephesos stammen. Sie gehört zu den frühen türkischen Hofmoscheen. Ein sehr beeindruckendes Bauwerk. Nun hatten wir unser tägliches Besichtigungsprogramm absolviert und die Fahrt ging zu unserem Nachtquartier, dem Hotel Lycus River in Pamukkale. Leider hatte sich das Wetter verschlechtert und es begann zu regnen. Schade, so konnte ich die schön gelegene Anlage nicht bewundern. Ich fragte unseren Reiseleiter Onur, ob wir nicht einen kleinen Abstecher zu den Kalksinterterrassen von Pamukkale machen könnten und er meinte, ich solle mich überraschen lassen. Donnerstag, den 20.11.2008 Nach dem Frühstück fuhren wir so gegen 8,30 Uhr an in Richtung Denizli. Während der Fahrt eröffnete uns Onur, dass wir einen halbstündigen Fotostop bei den Kalksinterterrassen von Pamukkale machen würden. Das große Naturwunder der Südosttürkei, extrem kalziumbikarbonathaltiges, 50 ° heißes Wasser. Das Kohlendioxyd geht prickelnd in die Luft, der Kalk lagert sich ab und erzeugt die bizarren Formationen Pamukkales. Bei uns würde es vielleicht Eispalast heißen, hier sagt man „Baumwollschloß“. Die beeindruckenden Sinterterrassen in strahlendem Weiß sind weithin sichtbar. Weiter ging die Fahrt zu einer Teppichknüpfschule im Taurusgebirge. Meine beiden Mitreisenden aus Würzburg und ich verbrachte hier unsere Zeit bei Apfeltee im Shop bis zur Weiterfahrt in Richtung Antalya, wo wir nochmals für einen Besuch im Gewürzbasar Halt machten. Danach bezogen wir unser Nachtquartier im Antalya-Hotel in Lara (direkt neben unserer ersten Unterkunft ) und wir nutzten die Zeit nach dem Abendessen zu einem Einkaufsbummel. Freitag, den 21.11.2008 Nach dem Frühstück fuhren wir zu einer Stadtrundfahrt in Antalya und Fotostop für die malerische Altstadt und den alten Hafen. Anschließend war ein Termin in einer Schmuckfabrik, wo wir uns abermals diskret in den Teeraum zurückzogen. Beim anschließenden Besuch in einer Lederfabrik haben wir uns die Modenschau angesehen und uns dann ebenfalls in den Hof zurückgezogen. Nachdem diese obligatorischen Besuche abgehandelt waren, fuhren wir mit dem Bus Richtung Flughafen Antalya wo wir in einem Restaurant – und diesmal im Freien (!!!) unser Mittagessen einnahmen. Danach war die „Baumpflanzaktion“ angesagt. Na ja, eigentlich kann ich mir nicht vorstellen, dass das was bringen soll. Die Fahrt ging dann die Küste entlang in einer 2 ½ stündigen Fahrt nach Alanya. Am Spätnachmittag kamen wir im Hotel Gypsophila in Alanya an und waren überrascht von der wunderschönen Anlage. Wir bezogen unsere Zimmer und machten uns auf, die Anlage zu erkunden. Das Meer war sehr aufgewühlt und die Wellen schlugen über den ganzen Strand. Nach dem Abendessen saßen wir noch mit Hans und seinem Sohn Lars, aus der Nähe von Ulm, in der Bar zusammen und hatten einen gemütlichen lustigen Abend. Leider zogen aber schon wieder dunkle Wolken auf und es war zu befürchten, dass es wieder regnen würde. Unsere Hotels auf der Rundreise Samstag, den 22.11.2008 Wie befürchtet regnete es, sodass wir diesen an und für sich als Badetag geplanten Tag abhaken konnten. Es regnete fast ununterbrochen mit wolkenbruchartigen Regenfällen. Um nicht im Zimmer zu versauern, haben wir uns zu Dritt ein Taxi genommen und ließen uns zum Outlet-Center fahren. Leider war aber auch dort bereits „tote Hose“, denn die meisten der Geschäfte hatten bereits geschlossen. Wir waren froh, dass der Taxifahrer auf uns gewartet und uns wieder zur Hotelanlage zurück gebracht hat. Nun verstehe ich den Satz aus einem Reiseführer besonders gut: Alanya ist eine reine Touristenstadt. Schlicht gesagt: Langweilig! Hoffentlich verpassen sie den Anschlußbus nach Silifka nicht – dann müssten Sie nämlich einen Tag bleiben! Nach dem Abendessen genossen wir nochmals das grandiose Schauspiel der tosenden Wellen des aufgebrachten Mittelmeeres. In der Bar genehmigten wir uns noch einen „Absacker“ und Hans ernannte mich zum Organisator des Rückfluges, damit wir alle Fünf beieinander sitzen konnten. Mal sehen was sich machen lässt. Sonntag, den 23.11.2008 Wir konnten ausschlafen und gingen dann um 9 Uhr zum Frühstück. Da man bei diesem Wetter nichts anderes machen konnte, gingen wir wieder zurück und packten unsere Koffer und brachten diese gleich in die Rezeption. Ca. 11 Uhr fuhren wir dann ab in Richtung Antalya und unterwegs gab es noch einen Stop zum Mittagessen und dann ging es ab zum Flughafen, wo es mir tatsächlich gelang drei Plätze für uns und gleich dahinter zwei Plätze für Hans und Lars zu bekommen. Die Zeit bis zum Abflug verging mit Einkäufen und beim „Durchleuchten“ des Handgepäcks. Dafür konnten wir dann aber sofort in das Flugzeug durchgehen. Pünktlich um 17,40 landeten wir in Stuttgart und während wir auf unsere Koffer warteten verabschiedete ich mich so nach und nach von den übrigen Reiseteilnehmern. Sabine und Sandra wurden abgeholt, aber wir werden uns bestimmt sehr bald wieder sehen. Darauf freue ich mich jetzt schon. Es hat viel Spaß gemacht und die beiden haben mir den Urlaub gerettet! Fazit: Das war mein Abschied von der Türkei, da ich bestimmt nie wieder eine Rundreise mitmachen werde. Ich habe nun genug von Teppich-, Leder- und Schmuckfabrik – Besuchen. Wenn nochmals Türkei, dann nur zum Verwöhnen lassen. Der Besuch im Hamam mit vollem Programm war einfach ein tolles Erlebnis. |
||