Mistras  
 

 

Nach Rückfrage bei dem Reisebüro wurde mir mitgeteilt, dass die Fahrt nach Mistras  - wegen zu geringer Beteiligung – ausfallen würde. Vollkommen geknickt, setzte ich mich in ein Cafe und grübelte bei einem Frappee  vor mich hin. Plötzlich hörte ich am Nebentisch das Wort Sparta fallen und ich fasste mir ein Herz und fragte die beiden Männer, ob sie denn nach Sparta fahren würden? Ich erfuhr, dass sie mit einem deutschen Reisebus hier seien und morgen über Sparta auf die Mani fahren würden.  Meine Frage, ob es möglich sei bei Ihnen mitzufahren bekam ich eine Zusage.

Pünktlich um 7 Uhr morgens stand ich vor dem Hotel und bekam dann auch gleich einen freien Platz im Bus zugewiesen. In Sparta ließen sie mich aussteigen und wir vereinbarten, dass ich um 17 Uhr wieder an dieser Stelle zusteigen könne.

Ich fand dann sehr schnell die Haltestelle für den Bus nach Mistras und als ich vor dem Haupteingang aussteigen wollte bedeutete mir der Busfahrer, dass ich noch sitzen bleiben solle. Er fuhr weiter einige Serpentinen bergauf, hielt dann an und meinte, hier könne ich jetzt aussteigen. Ich war am oberen Ausgang der Anlage direkt unterhalb der Burg und somit konnte ich mir die Anlage in Ruhe ansehen, ohne dass ich große Steigungen zu überwinden hatte, da alles bergab ging. (Die Besteigung des obersten Region mit der Festungsanlage traute ich mir noch nicht zu, da ich mich doch noch etwas schlapp fühlte).

Mistras - Impressionen

 

 
 
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     

 
     
 

     
 

     

 
 
     
 

 

 
 

 

 

 
 

Zur Geschichte:

Die Geschichte von Mistra beginnt in der Mitte des 13. Jahrhunderts, zur Zeit des fränkischen Prinzipals in Achaia. Der Fürst von Achaia war Wilhelm Villehardouin. Seine Hauptstadt war Andravida in der fruchtbaren Ebene von Elis, seine Lieblingsstadt aber war Lakedämonia. In der damaligen Zeit brauchte jede offene Stadt eine Burg, um sich zu verteidigen und besonders nötig hatte der fränkische Beherrscher eines griechischen Landes eine solche Burg.

Bis dahin war Mistra ein schluchtenreicher Berg, einer von den vielen Vorbergen des Taygetos, getrennt von dem eigentlichen Bergmassiv durch jähe Felsvorsprünge und tiefe Schluchten und Regenbäche. Diesen Berg nannte man  "Mizithras" (eine Art Käse), weil er wirklich irgendwie einem Ballen Käse glich. Oben in 620 m Höhe hat er ein Gipfelplateau, das breit genug ist, bebaut zu werden. Auf diesen Gipfel also ließ der Fürst ein Kastell bauen, ein wahrhaftes Bollwerk, von dessen hohen Türmen aus er den Blick auf die fruchtbare Ebene von Lakedämonia genoss.

Hundert Jahre nach der Erbauung der Burg, im Jahre 1349, hatte Mistra eine solche Entwicklung erreicht, das es die Hauptstadt des Despotats Morea wurde. Die berühmtesten Philosophen, Historiker und Gelehrten geben sich in Mistra ein Stelldichein um zu studieren und dort zu lehren.

1770, während der Revolution Orlows, griffen als erstes die Einwohner von Mistra zu den Waffen und vertrieben die Türken. Aber schon wenige Monate später kamen die Albanier von Norden herab, brannten Mistras Häuser nieder, raubten die Schätze der Stadt und töteten Frauen und Kinder.

Als der Sturm vorüber war, kehrten die Überlebenden in die zerstörte Stadt zurück und lebten fortan ein ärmliches Leben, bis im Jahre 1823 während des Befreiungskriegs, Ibrahim Pascha vor der Stadt erschien. Er gelangte bis zur Burg, aber die Mistrioten verteidigten sie mit rasender Leidenschaft und er konnte sie nicht erobern. Aus Rache steckte er die Stadt in Brand und zerstörte was übrig geblieben war. Von der einst  ruhmreichen Hauptstadt der Paläologen  blieb nichts übrig als verwüstete Kirchen und leere Klöster. Schließlich kam die Befreiung, wobei Mistra endgültig verwüstet wurde und nun eine tote Stadt blieb.

c) Mistras v. Georgia Tasouli

Heutzutage bietet Mistra dem Besucher das erschütternde Bild einer byzantinischen Stadt des Mittelalters, mit seiner Burg und den sie umgebenden Mauern, seinen ehemals schattigen Klöstern und seinen prächtigen Palästen.  Zur Zeit bauen Handwerker  die Archontenhäuser wieder auf und bringen die Wege in Ordnung. Im friedlichen Hof des Pantanassa Klosters blühen Violen und Hortensien. Die Tür des Fremdenzimmers steht jedem Pilger offen, der sich ausruhen möchte.

Die Zeit des Sonnenuntergangs ist die stimmungsvollste Stunde in Mistra. Aber die Stunde der besten Beleuchtung für die Innendekoration der Kirchen ist die Zeit des Sonnenaufganges.

 

 
 

 
 

 

Mistras ist unbedingt ein Abstecher wert. Es sind noch sehr viele, relativ gut erhaltene Bauwerke vorhanden. Ein Kloster ist sogar noch von Nonnen bewohnt. Ich wanderte den ganzen Tag in den Ruinen herum, machte Fotos und so gegen 16 Uhr begab ich mich zum Ausgang um auf den Bus zu warten, der dann auch bald kam.

Ich hatte gerade noch Zeit mir einen Toast und etwas zu trinken zu besorgen, als ich mich zur vereinbarten Stelle begeben musste. Nicht lange danach kam mein Bus und holte mich wieder ab. Ich war sehr glücklich, dass es mir nun doch noch gelungen war nach Mistras zu kommen.

 
 
 

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