Insel Korfu

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Korfu 1998 So, es war geschafft und ich hatte mit meinen Freundinnen einen 1-wöchigen Aufenthalt auf Korfu gebucht. Wir waren im Hotel Montagnola, unterhalb des Sissi-Schlößchens untergebracht und waren voller Tatendrang.
Am ersten Tag erkundeten wir unsere Umgebung und machten eine lange Wanderung Richtung Messongi. Eine meiner Freundinnen und ich hatten für den nächsten Tag einen Ausflug nach Dodoni im Epirus gebucht und freuten uns schon sehr darauf. Die Überfahrt nach Igoumenitsa verlief sehr angenehm und in froher Erwartung verließen wir die Fähre. Plötzlich bekam ich einen kräftigen Stoß in den Rücken und als ich mich umdrehte um zu sehen wer das war, verlor ich die Balance und stürzte von der Rampe auf den Kai wo ich ganz benommen sitzen blieb. Ich spürte, dass mein linker Arm ausgekugelt war. Der Reiseleiter setzte sich mit seinem Büro in Verbindung und dort wurde mir empfohlen, sofort wieder nach Korfu – meinem Standort im Urlaub – zurückzufahren und dort in eine Krankenhaus zu gehen. Um die Sache abzukürzen, es folgte eine unbeschreiblich schmerzhafte Prozedur nach der anderen, bis man sich entschied mich am nächsten Tag unter Narkose zu behandeln. Nun ja, die Folge waren 3 Tage Aufenthalt im Krankenhaus von Korfu und ein „Panzer“ um meinen ganzen Oberkörper.
Da nun schon 5 Tage unseres 7-tägigen Aufenthaltes herum waren, wollte ich meinen Freundinnen doch noch ein wenig von der Insel zeigen. Schließlich hatten sie bisher auch kaum etwas von dem Urlaub gehabt, da sie ständig zwischen Benitzes und dem Krankenhaus hin und her pendelten. Wir machten also noch eine Fahrt mit dem Bus auf die andere Seite nach Glyfada und zum Strand Mirtiotissa – und hier ereilte mich zum zweitenmal die Anziehungskraft der Erde. Beim Abstieg zum Strand rutschte ich aus und schlug mir das Knie kräftig auf. Ein Unglück kommt halt selten allein. Am Strand angekommen ging ich bis zum Knie ins Meer und wusch die Wunde aus. Brannte höllisch, aber wenigstens war der Schmutz weg.
(Habt ihr schon einmal versucht, Scampis mit nur einer Hand zu essen? Ist nur der halbe Spaß ;-))) ) Als wir auf den Bus warteten, trafen wir eine der Frauen, die mich im Krankenhaus so liebevoll betreut hatten. Sie war erschrocken, als sie meine neue Verletzung sah und hat mich kräftig bemitleidet ;-((((
Ein Indianer kennt keinen Schmerz und so fuhren wir am vorletzten Tag noch mit dem Bus in den Süden der Insel nach Lefkimi. Ein sehr schöner Ort mit einem wundervollen Strand. Meine Freundinnen badeten ausgiebig und ich watete mit meinem „Panzer“ wenigstens mit den Füssen im Wasser. Ich hatte mir diesen Urlaub auch anders vorgestellt. Den letzten Tag hatten wir uns für das Sissi-Schlößchen aufgehoben. Wir besichtigten das Schloss und die Gartenanlage und haben dann in einer Tavene unser Abschiedsessen eingenommen.
Am nächsten Tag ging es wieder zurück nach Stuttgart, wo ich mich sofort in ärztliche Behandlung begab - und keinen Tag zu früh…. Ich musste nochmals operiert werden, da sonst mein linker Arm vollkommen steif geblieben wäre. Bei dem Versuch auf Korfu mir den Arm wieder einzurichten, wurden mir sämtliche Muskeln und Sehnen bis auf einen gerissen und mussten genäht werden. Folge war dann, dass ich vorzeitig in den Ruhestand ging, da sich die Behandlung bis zu einem Jahr hinzog.
Korfu 1999
Infolge des Sturzes von der Rampe hatte ich ein Trauma entwickelt und konnte keine Treppen mehr - ohne mich irgendwo festzuhalten - gehen. Mein Therapeut meinte, ich sollte noch einmal an die Stelle fahren wo es passiert sei und so vielleicht die Sache wieder in den Griff zu bekommen. Meine Freundin Isa erklärte sich bereit, mich nach Korfu zu begleiten und wir buchten uns in Liapades in der Nähe von Paleokastritza in einem kleinen Hotel ein Zimmer. Dieser Urlaub war sehr angenehm, da wir viel wanderten und sehr oft mit dem Bus nach Korfu-Stadt fuhren. Nur auf die Fähre wollte ich nicht - es ging nicht. Auch bei unseren Wanderungen bekam ich immer wieder Panik-Anfälle, wenn es nur etwas bergab ging und ich keinen Halt hatte. Ich möchte mich an dieser Stelle noch bei meiner Freundin Isa bedanken, die sehr viel Geduld mit mir in diesem Urlaub hatte.
Aber irgendwie fühlte ich mich nach diesen 2 Wochen etwas freier und der starke Druck war gewichen. Aber auf einer Fähre bin ich erst im Jahr 2000 wieder gefahren.
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