Thymiana

Ein altes Dorf mit reicher Geschichte aus der Antike. Sein erster Name war Eufirniana, was "ruhmreicher Ort" bedeutet.

Es war das Gebiet mit den vielen Steinbrüchen, die den berühmten Tuffstein mit den rotbrauenen Farben lieferten. Aus diesem Stein sind die Residenzen und Mauern vom Kámbos, viele Kirchen in Chios, aber auch viele Häuser in Thymiana selbst erbaut. Dieses einmalig charakteristische Merkmal kann man in der Dorfkirche von Thymiana, Aghios Efstratios, bewundern. Sie ist eine der größten der Insel, in neubyzantinischem Stil, Stück für Stück aus dem Stein von Thymiana erbaut.

Fotos von Thymiana

Von Thymiana aus kommt dann übergangslos in das Gebiet

Kámpos

Im Süden der Stadt beginnt die Ebene von Chios, bekannt als Kámpos, ein idyllisches Gebiet, einmalig in der Aegäis.

Fotos vom Kámpos

Der Kámpos ist dicht bewachsen mit Zitrus - Gärten, reich an unterirdischen Quellen und besitzt den fruchtbarsten Boden von Chios. Er ist voll von Landgütern und prachtvollen Residenzen alter, aristokratischer Familien von Chios.

Bei einem Bummel durch die unzähligen Gassen und die labyrinthartigen Wege von Kámpos wird man fasziniert sein von seinen zwei- und dreistöckigen "archontika" (Residenzen). Vornehmlich aus dem wunderschönen Stein von Thymiana mit der eindrucksvollen roten Erdfarbe gebaut, sind sie umgeben von hohen Steinmauern mit imposanten Hoftoren, die wegen ihrer prachtvollen bogenartigen Eingänge bestechen. Hinter der strengen Fassade verbarg sich eine andersartige, angenehme Welt.

Ein großer Hof mit kunstvoll angelegtem Kieselsteinfußboden, reiche Blumengärten mit großen Alleen und Stoas, der Ziehbrunnen für die Bewässerung und die malerische Marmorzisterne, abgedeckt mit einer Pergola und einem emporrankenden Weinstock.

Dazwischen liegt eine große Residenz mit ihren zwei oder drei Stockwerken, doppelter Freitreppe die zum ersten Stock mit schönem Ausblick über die Bäume führte. Das Erdgeschoß der Wohnhäuser wurde als Lagerraum oder als Dienerraum genutzt.

Oft ragten aus der Innenseite der Steinmauern dichte, haushohe Zypressen zum Schutz der empfindlichen  Zitrusbäume vor dem Wind und des Privatlebens der Hauseigentümer heraus.

Man schätzt, dass dort früher etwa 200 Landgüter vorhanden waren, heute jedoch sind  nur sehr wenige davon erhalten. Trotzdem bewahrt der Kámpos seinen alten Glanz und vermittelt dem Besucher die Atmosphäre einer alten, romantischen Zeit.

Heute versuchen viele Eigentümer von Residenzen, diesen ihre ursprüngliche Form der ersten oder zweiten Bauphase nach 1881 wiederzugeben. Einige wurden in schöne traditionelle Gästehäuser umgewandelt oder in ein Restaurant, wie z.B. das

"Perivóli"

Das am besten erhaltene Gut ist das von Filippos Argentis. Es ist seit 1937 zum größten Teil wiederhergestellt und bildet ein vortreffliches Beispiel für die Baukunst der Residenzen von Chios. Leider kann man es nicht besichtigen und nur mit viel Glück durch ein zufällig geöffnetes Tor einen Blick hineinwerfen.

Ich hatte dieses Glück, denn das Tor stand weit offen. Also bin ich hineingegangen und habe einige Fotos gemacht. Schade, ich hätte so gerne auch das Innere des Gebäudes gesehen, aber na ja, man kann nicht alles haben.

Die Residenz Agentis

Um den ganzen Zauber des Kámpos zu erfassen, sollte man unbedingt das Gebiet per Fahrrad oder zu Fuß erwandern. Ich habe einen 7-stündigen Spaziergang durch das Labyrinth des Kámpos gemacht und war ganz benommen von dem einzigartigen Duft, einem Gemisch aus Zitrusfrüchten, Jasmin und wildem Thymian. Schon bei der Busfahrt durch den Kámpos fiel mir auf welch angenehmer Duft durch die geöffneten Türen strömte. Aber bei meiner Wanderung konnte ich ihn tief einatmen.

Kampós - Impressionen

Hier eine Auswahl der schönsten Tore

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