Ausflug zur Insel Inousses und nach Langada

Meine Vermieter haben ein Reisebüro in Chios-Stadt und als ich mir wieder einmal überlegte, was ich mir noch ansehen wollte, brachte Tassos mich auf die Idee, die Insel Inousses zu besuchen. Ich hatte einen Besuch der Insel schon in Deutschland geplant, aber da der Schiffsverkehr in der Vorsaison nicht so rege war, hätte ich dort übernachten müssen.

Tassos bot mir an, für mich eine Ausflugsfahrt mit einer englischen Gruppe  mitzubuchen und ich willigte ein.

Inoússes

Das kleine Inoússes ist eine der reichsten Inseln Griechenlands. Es ist die Heimat vieler griechischer Reeder. Am Tourismus hat man auf der Insel kein Interesse.

Zur Geschichte der Insel:

In der Antike war die Insel bewohnt. Ihr Name, der sich von oinos (Wein) herleitet, spricht für zumindest bescheidene Fruchtbarkeit. Aus christlicher Zeit ist über Inoússes fast nichts bekannt, eine Neubesiedlung größeren Umfangs setzte erst um 1750 durch Familien aus Chios ein, denen in den ersten zwei Jahrzehnten des 19 Jh. Siedler vom Peloponnes und von Sýros folgten. Etwa zeitgleich begannen die Insulaner mit dem Aufbau einer Handelsflotte. Da sie sich durch Kooperation zu Anfang des 20.Jh. auch den Anforderungen der Dampfschifffahrt anpassen konnten, wurden mehrere inoussische Familien nach dem Anschluß an Griechenland im Jahre 1912 zu Reedern von Weltrang.

Als die Insel in Sichtweite kam, merkten ich, dass die Fahrt zum Nordteil der Insel ging und dann hörte ich wie die Reiseleiterin erläuterte, dass wir nun zuerst das Kloster Evangelismós besuchen würden.

Der palastartige Bau entstand 1963 aus einem Guss, weil eine Reederswitwe  Gefallen am Klosterleben hatte, aber nicht als einfache Nonne  eintreten wollte. Aus diesem Grund ließ sie dieses Kloster erbauen, dem sie dann als Äbtissin vorstand. Das Kloster steht selbstverständlich auf Grund und Boden aus Familienbesitz. Die dazugehörigen Ländereien werden von einheimischen Arbeitern bewirtschaftet. Die Fresken im Kircheninneren wurden von einem der bedeutendsten Sakralmaler Griechenlands geschaffen, Fótis Kontóglou.

Also ich muss schon sagen, die Dame hat sich da wirklich ein Paradies geschaffen. Leider war das Fotografieren im Klosterinneren verboten. Da ich aber auch meine kleine Digi dabei hatte, gelangen mir in einem unbeobachteten Moment doch einige Schnappschüsse. Anschließend hatten wir noch Zeit für einen Aufstieg zu einem höheren Punkt und da konnten wir dann wenigstens von oben Fotos vom Kloster machen, denn vom Meer aus war kaum etwas zu erkennen, da das Kloster von vielen Zypressen umgeben ist.

Fotos vom Kloster Evangelismós

Unser zweites Ziel war der einzige besiedelte Ort der Insel.  Kurz vor Einlaufen in den Hafen war zu erkennen, dass dem Ort drei winzige, von Kapellen gekrönte Felsinselchen vorgelagert sind (die natürlich auch Reedersfamilien gehören). Dann fuhr das Boot an einer gar nicht zierlichen Meerjungfrau vorbei in den kleinen windgeschützen Hafen. Am Kai warten weder Taxis noch Zimmervermieter, vom Fremden wird kaum Notiz genommen.

Die Insel führt das ganze Jahr über ein ruhiges, beschauliches Leben - wirkt fast "verschlafen". Nur in den Sommermonaten quirlt er vor Leben über, denn da machen die Reedersfamilien hier Urlaub und es wimmelt nur so von pompösen Yachten.

Wir hatten hatten zwei Möglichkeiten: Freizeit zur Erkundung des Ortes oder Besuch des 1991 neu gestalteten Schifffahrtsmuseums. Ich entschied mich für die erste Variante und machte mich auf den Weg bergauf. Leider habe ich nicht viel besonders Interessantes gesehen. Vor allem am unteren Ortsteil stehen zahlreiche, zwar große und gepflegte, aber architektonisch keineswegs gelungene Villen. Lediglich als ich weiter bergauf stieg kam ich zu einigen schlichteren Häusern.

Fotos von Inoússes

Alles in allem hat mich Inoússes nicht vom Hocker gerissen. Aber eines muss ich sagen, die haben wirklich keine Notwendigkeit großartig Geld zu verdienen. Ich habe noch nirgends so billig gegessen wie hier.

Für 3 Schaschlikspieße, Pommes, etwas Tomaten und Gurken und eine Cola habe ich sage und schreibe 3 € bezahlt (auf Chios kostete allein ein Frappee schon 2 €).

Nachdem die Reisegruppe ihr Mittagessen auf dem Boot serviert bekommen hatte ging die Fahrt weiter zum Ort Langada auf Chios, genau gegeüber. Hier hatten wir dann nochmals 2 Stunden Aufenthalt, den ich für einen Streifzug durch den Ort benutzte und mir dann ein Eis genehmigte.

 

Langada - Impressionen

 

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