Ägina  
     
 

Ich fuhr mit dem Tragflügelboot auf die Insel Ägina mit dem malerischen Hafen.

Zuerst ließ ich mich von einem Taxi zum Kloster Agios Nektarios und zum Tempel Aphaia bringen.

 

Das Kloster Agios Nektarios liegt ca. 6 km von der Stadt Aegina entfernt auf dem Zentralplateau der Insel. Dieses Kloster ließ der Bischof von Pentapolis (1904-1910) errichten. Als der jüngste Heilige der Griechisch-Orthodoxen Kirche wurde der Bischof 1961 kanonisiert. Seine Berühmtheit ist noch im Wachsen begriffen. In mehr als achtzehn Kirchen Griechenlands und Zyperns werden Reliquien von ihm verehrt. Tausende besuchen jährlich das kleine Kloster, wo in einem Schrein Reliquien aufbewahrt werden, so z.B. sein Totenschädel unter einer mit Edelsteinen besetzten goldenen Krone. Die brennenden Kerzen aus Bienenwachs verströmen einen lieblichen Honiggeruch.

Am Todestag des Heiligen, am 9. November, treffen von überall her über 5000 Gläubige ein, um das Kloster zu besuchen.

 

Das Heiligtum der Afaia

liegt etwa 300 m über dem Meeresspiegel im nordöstlichen Teil der Insel, 12 km von Aegina entfernt. Der Tempel, den wir heute als einen der schönsten des archaischen Architektur bewundern können, wurde um ca. 490 v. Chr. aus einheimischem Kalkstein errichtet. Er ist ein dorischer Tempel, mit sechs Säulen an den Schmalseiten und zwölf an den Längsseiten. Die Säulen sind nach innen geneigt und weisen einen charakteristischen schmalen dorischen Wulst unter den Kapitellen auf.

Zusammen mit dem Tempel des Poseidon in Kap Sounion und dem Parthenon in Athen bildet der Tempel der Afaia ein gleichseitiges Dreieck (Dreieck des Pythagoras). Zunächst war man der Meinung, dieser Tempel sei dem Zeus Hellanios geweiht. Nach dem Auffinden der Giebelskulpturen nahm man an, der Tempel sei der Athene geweiht gewesen. Doch seit den Ausgrabungen Fürtwänglers ab 1901 ist durch eine aufgefundene Inschrift belegt, dass dieses Heiligtum der kretisch-mykenischen Göttin Afaia (Die Unsichtbare) zu Ehren errichtet worden war.

Mythologie

Afaia ist der Überlieferung nach mit der minoischen Göttin Britomartis verwandt, einer Freundin der Artemis. Afaia entflammte in aller Unschuld die Begierde des Königs Minos. Sie floh vor ihm und stürzte dabei ins Meer. Fischer zogen sie aus dem Wasser und brachten sie nach Aegina. Sobald sie festen Boden erreicht hatten, wurde Afaia von einem der Fischer bedrängt. Sie floh daraufhin in die Wälder der Artemis und verschwand von der Erde.

Die Inselbewohner weihten ihr einen Tempel, und es ist möglich, dass der vorhellenische Afaiakult, der von Kreta nach Aegina kam, mit dem Athenakult vermischt wurde.

 

 

Als ich mit dem Taxi wieder im Hafenort zurück kam, blieb noch genügend Zeit für einen ausgiebigen Bummel durch die malerischen Gässchen und für eine Erfrischung.

 

Aegina - Impressionen

 

 
 

 

     
 

     

 
     
 
     
  Aegina hat etwa die Form eines Dreiecks und liegt mitten im Saronischen Golf, etwa 40 km von Attika entfernt. Die Insel ist überwiegend bergig. Im Westen jedoch erstreckt sich eine fruchtbare Ebene, wo vor allem Pistazien, Feigen und Mandeln angebaut werden.  
     
  Für die meisten Besucher des heutigen Aegina ist die Erinnerung daran verbunden mit dem Halbrund des malerischen Hafens und der weißgetünchten Kapelle des Schutzpatrons der Seeleute - Aghios Nikolaos - an der Hafeneinfahrt. Diese Kirche und der dahinter liegende kleine Binnenhafen für Fischerboote werden seit der Antike so benutzt. Der frühere Kriegshafen weiter nördlich davon ist fast verschwunden und wird heute als Badestrand benutzt.  
     
  Die Cafés an der Hafenpromenade verführen dazu, sich die Zeit mit der Beobachtung des ständig wechselnden Geschehens im Hafen zu vertreiben: Fähren und Fischer kommen und gehen, Yachten machen fest und im äußersten Winkel des Hafens, bei der Panaghitsa Kirche, entladen "Kaikis", die für die Ägäis typischen hölzernen Boote, Frachten vom Festland oder verkaufen auch Gemüse und Früchte direkt vom Schiffsdeck.

Die Aussicht wird noch verschönert, wenn man dabei eine kleine Tasse "türkischen Kaffee" oder ein Glas "Ouzo", vielleicht serviert mit kleinen Stücken gegrillten Oktopus genießt. "Fistikia" = Pistazien und Tonkrüge, für die Aegina seit der Antike berühmt ist, werden überall an der Hafenpromenade feilgeboten. Wer eine Spezialität der Insel kennenlernen will, kann sich "Amigdalota" bestellen, eine Mischung zwischen Marzipan und türkischem Honig - oder kandierte Früchte in Sirup - alles wird stets zusammen mit einem Glas köstlichen kühlen Wassers serviert. Vom Spätsommer an werden auch die "Loukoumades" angeboten, eine Art Krapfen mit Sirup und Zimt.

Der Sonnenuntergang ist die schönste Zeit, um sich an die Uferpromenade zu setzen, denn dann machen die einheimischen Familien ihren Abendspaziergang.

 
     
  Hinter den weißen und ockerfarbenen neoklassizistischen Häusern der Uferpromenade erwartet den Besucher eine verborgene Welt von eigenem Reiz mit kleinen Läden und Häusern, die meist um einen schattigen Hof herum gebaut sind mit vielen Topfpflanzen und duftendem Jasmin. Hier halten die Hausfrauen ihr Schwätzchen mit der Nachbarin, während die Männer sich in den Restaurants und Cafés bei Karten- oder Brettspielen vergnügen, wo die Frauen nur selten anzutreffen sind.  
     
 

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