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Den Platz für seine private Residenz – Schloss Linderhof –
fand er auf dem Gelände eines ehemaligen Zehenthofes des Klosters Ettal.
Dort im hinteren Graswandtal hatte bereits sein Vater beim Linderhof ein
Jagdhaus, das Ludwig ab 1879 zu einer kleinen Dreiflügelanlage ausbauen
ließ.
Erst der Abriss des alten Jagdhauses im Jahre 1874 machte den Weg frei zum
Ausbau des heutigen Schlosses. Im Jahre 1878 waren Schloss, Park und
Wasserspiele im Stil der italienischen Renaissance trotz größter
Schwierigkeiten vollendet. In die
Parklandschaft wurden zahlreiche Statuen integriert.
Das Schloss entstand im Stil des Wiener Neorokoko, wobei Ludwig II. selbst
in jedem Detail genaue Vorgaben machte und ihre Ausarbeitung solange
wiederholen ließ, bis sie seinen Vorstellungen wirklich entsprachen.
Immerhin wurde so erreicht, dass jeder einzelne Raum im Schloss Linderhof
zum in sich geschlossenen Raumkunstwerk geriet.
- Das
Audienzzimmer ist in dem für den König entwickelten "bayrischen
Rokoko" ausgestattet mit einem grünen Thronbaldachin.
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- Das Schlafzimmer ist der größte Raum
des Schlosses. Über der in blauem Samt mit reicher Goldstickerei
bespannten Bettnische erscheint der Sonnenwagen Apolls in einem
Deckengemälde.
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- Im Mittelpunkt des ovalen Speisezimmers
seht ein versenkbares "Tischlein-deck-dich", mit dessen Hilfe der
König vom Erdgeschoß aus bedient werden konnte. So blieb er allein mit
den vertrauten Gestalten des französischen Hofes, die er in den
Pastellbildnissen der anschließenden Kabinette malen ließ
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- In die goldenen Vertäfelungen des
westlichen Gobelinzimmers sind auf Leinwand gemalte Wandbilder in der
Art von Wirkteppichen eingelassene Schäferszenen des Rokoko. Zwischen
den Sitzmöbeln mit Bezügen aus der Pariser Gobelinmanufaktur steht ein
lebensgroßer Pfau aus Porzellan. Es diente dem König als Musikzimmer.
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Selbst ein Maurischer Kiosk inmitten der bayerischen Bergwelt erschien dem
König nicht als Fremdkörper. Er hat den vom dem Berliner Architekten Karl
von Diebitsch entworfenen Kiosk 1876 aus dem Park von Schloss Zbirow in
Böhmen erworben und ein Jahr später in Linderhof aufstellen lassen.
Der reich ausgestattete Innenraum des Maurischen Kiosks bildete den Rahmen
für nächtliche Feste in orientalischer Verkleidung, wie sie der König
gelegentlich abhielt. Vom Stalaktitengewölbe hängt ein Lüster mit 32
farbigen Lampen herab. In der Mitte erhebt sich ein Maurischer Brunnen aus
weißem Marmor. In der Apsis des Maurischen Kiosk steht der Pfauenthron. Über
dem mit orientalischer Seide bezogenen Diwan stehen drei Pfaue aus
emailliertem Metallguss. Ihre Schweifräder aus böhmischen Glassteinen
überstrahlen die bunten Glasfenster des Hintergrundes, die von außen
künstlich beleuchtet werden konnten. Die Platte des achteckigen Tisches ist
mit Perlmutter ausgelegt.
Venusgrotte
Die 1876/77 angelegte Venusgrotte ist ein gebautes Bühnenbild. Denn für den
König, der sich auf den künstlich erzeugten Wellen des Sees in einem
Muschelkahn rudern ließ, verwandelte sich die Szene im Wechsel der
Beleuchtung von der Blauen Grotte zu Capri in die rote Grotte des
Hörselberges: Tannhäuser im Venusberg. Das Gemälde August
Heckels im Hintergrund hält sich an den ersten Akt des „Tannhäuser“ von
Richard Wagner, dem Lieblingskomponisten des Königs.
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