Augsburg - die Fuggerstadt  
     
  Am 4.10.2008 machte ich mit der FA-Gruppe Esslingen eine Fahrt nach Augsburg. In Ulm kamen noch einige Mitglieder der FA-Gruppe Ulm dazu und wie in Sardinenbüchsen gedrängt fuhren wir dann weiter nach Augsburg. Was waren wir froh, endlich aussteigen zu können.  
  Leider hat es der Wettergott nicht gut mit uns gemeint und der Tag war ein Wechselbad zwischen leichtem Nieselregen und Sonnenschein.  
     
  Das hielt uns aber nicht davon ab, diese Stadt ein wenig kennen zu lernen, hatten wir doch in weiser Voraussicht alle Regenschirme mitgenommen !  
     
  Barni, unser "Reiseführer" zeigte uns die schönsten Winkel von Augsburg und da gab es wahrlich viele davon. Ich war total fasziniert von den phantastischen alten Gebäuden mit den liebevollen Details und mein Fotoapparat lief heiß.  
     
  Nachdem wir uns im "Weißen Hasen" gestärkt hatten, besichtigten wir eine absolute Sehenswürdigkeit von Augsburg - den goldenen Saal im Rathaus. Wow, war das ein Prunksaal, Gold wohin man hinsah. Aber sehr schön war auch die Holzdecke im Fürstenzimmer mit dem schmiedeeisenen Ofen. Man wusste gar nicht, was man zuerst ansehen sollte.  
     
  Dann ging es weiter zum zweiten Höhepunkt des Tages, zur Fuggerei! Darauf hatte ich mich ganz besonders gefreut, da bei uns schon in der Schulzeit viel über die Fugger-Dynastie gesprochen wurde.  
     
 

 
 

Die Fuggerei

 
     
  Diese stiftete "Jakob der Reiche" 1521 als Wohnsiedlung für bedürftige Bürger Augsburgs. Die Jahres-Kaltmiete  für eine Wohnung beträgt noch immer dem Nominalwert eines Rheinischen Guldens (aktuell 0,88 €), sowie täglich 3 Gebete für den Stifter und die Familie Fugger.  
  In den 140 Wohnungen der 67 Häuser leben derzeit 150 Menschen. Der prominenteste Bewohner der Fuggerei war Maurermeister Franz Mozart, der Urgroßvater des Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart.  
     
  Die Fuggerei ist heute die älteste Sozialsiedlung der Welt. Einmalig ist aber nicht nur das Alter, sondern auch die Kontinuität der Fuggerei. Noch immer wird die Sozialsiedlung nur durch die Stiftung finanziert. Und bis heute gilt ihre Konzeption als mustergültig. Die Fuggerei ist nicht nur nach wie vor ein architektonisches Vorbild.  
  Was schon vor fast 500 Jahren wegweisend war: Jakob Fugger machte die Bewohner nicht zu Almosenempfänger, sondern leistete Hilfe zur Selbsthilfe. Der Stifter war damit Forderungen des Reformators Martin Luther und späterer katholischer Sozialreformer weit voraus.  
 

(Auszug aus der Fuggerei-Broschüre)

 
     
  Ich hätte mich stundenlang in dieser Siedlung aufhalten können. Wir konnten zwei Wohnungen - eine neue und eine alte - besichtigen. Aber am meisten hat mich das Flair dieser Siedlung gefangen genommen. Der wilde Wein, der sich herbstlich gefärbt an den Häusern empor rankte, die sauberen Gässchen und vereinzelt so kleine Nippes als Schmuck,  
 

Für mich ein Platz, wo ich gerne öfters spazieren gehen würde !

 
     
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